Das "Haus der Heimat" verfügt über einen umfangreichen Bestand an Zeitzeugenberichten. Die Zeitzeugen stammen aus den ehemaligen deutschen Ost- und Siedlungsgebieten in Mittel-, Ost- und Südosteuropa, so z.B. aus Ostpreußen, Westpreußen, Pommern, Ostbrandenburg, Schlesien und aus dem Sudetenland. Diese Personen haben Flucht und Vertreibung zumeist als Kinder persönlich erlebt und in Sachsen ein neues Zuhause gefunden.

Weitere Zeitzeugen stammen aus den deutsch besiedelten Gebieten Polens, Russlands und den ehemaligen GUS-Staaten. Diese kamen überwiegend als (Spät-)Aussiedler nach Deutschland – und berichten unter anderen über die Repressalien, denen sie sich als Deutsche in Staaten des kommunistischen Ostblocks ausgesetzt sahen.

Bei den archivierten Berichten handelt es sich in aller Regel um narrative lebensgeschichtliche Aufzeichnungen und Interviews. Das bedeutet, dass in den Berichten breiter Raum für eigene Erzählungen gegeben wurde und die Aufzeichnungen nicht auf das jeweilige Forschungsthema beschränkt sind, sondern die gesamte Lebensgeschichte der Zeitzeugen umfassen. Die Berichte bieten deshalb auch über den Entstehungskontext hinaus Ansatzpunkte und Material für weitere Auswertungen. Hinzu kommt, dass zu bestimmten Themen, z.B. zum Leben im Nationalsozialismus und im Zweiten Weltkrieg, heute kaum noch Zeitzeugen leben, so dass die gesammelten Berichte als Zugang zur Erfahrungsgeschichte dieser Zeit immer wichtiger werden.